10. Koaxialdichtung ESD23K am Hohlwellenende
11. Koaxialdichtung ESD23KEine besondere Anforderung besteht bei Koaxialrührwerken mit Hohl- und Zentralwelle. Der Spalt zwischen eben diesen beiden Wellen ist ebenfalls abzudichten. Während der Einsatz von Stopfbuchsen und trocken laufenden Dichtungen wie oben beschrieben sehr begrenzt ist, ergibt sich beim Einsatz einer sperrflüssigkeitsgeschmierten Gleitringdichtung die zusätzliche Anforderung eines stehenden Gehäuses zur Verbindung mit der Schmiermittelvorlage. Es haben sich zwei sehr unterschiedliche konstruktive Lösungen für dieses System aus drei Relativgeschwindigkeiten bewährt.
Koaxialdichtung am Hohlwellenende
In einer Vielzahl von Anwendungen werden zwei getrennte Dichtungspatronen verwendet. Die Abdichtung der Hohlwelle zum Behälterflansch übernimmt, wie in einem normalen Rührwerk, eine doppeltwirkende Standardcartridge. Zur Abdichtung der Zentralwelle zur Hohlwelle wird zwischen Getriebe und Zentralwellenantrieb eine Gleitringdichtung eingebaut, welche je einen Gleitring je Welle, eingeschlossen von zwei stehenden, im Gehäuse abgedichteten Gleitringen, beinhaltet. Es ergeben sich drei Dichtspalte zwischen den vier Gleitringen. Abb. 10 zeigt schematisch die Position und den Aufbau dieser Dichtung.
Diese Dichtungskonzeption erfordert eine für den Dichtungsaufbau vorbereitete Getriebehohlwelle und lässt sich nur mit druckloser Sperrflüssigkeit betreiben. Die beiden Gleitringdichtungspatronen werden jeweils separat an eine Vorlage angeschlossen.
Koaxialdichtung in der Hohlwelle
Die Dichtungspatrone stellt eine doppelte Gleitringdichtung dar. Die Problematik des mit der Hohlwelle rotierenden Gehäuses für die Abdichtung der Zentral- zur Hohlwelle entfällt, da die Hohlwelle selbst zum Dichtungsgehäuse wird und die Anschlüsse in der Sperrkammer der äußeren Dichtung enden, welche den Spalt zwischen Hohlwelle und Behälterflansch schließt. Diese Anordnung ist in Abb. 11 dargestellt.
Die Vorteile liegen in der Verwendung von Standardgleitringen für doppeltwirkende Gleitringdichtungen, in der möglichen Druckbeaufschlagung und dadurch höheren Einsatzgrenzen. Ein deutlich kürzerer produktberührter Spalt, wichtig bei Einsatz von Sonderwerkstoffen, und nur ein Sperrflüssigkeitssystem sind weitere Vorteile.