8. Doppeltwirkende Rührwerksgleitringdichtung ESD34G

Doppeltwirkende Gleitringdichtungen

Doppeltwirkende Gleitringdichtungen
In der Rührwerkstechnik kommen überwiegend doppeltwirkende Gleitringdichtungen zum Einsatz. Sie schließen zwischen ihren beiden Gleitflächen einen Ringkammerraum ein, der mit einer produktverträglichen Sperrflüssigkeit gefüllt wird. Diese Flüssigkeit schmiert beide Gleitringpaarungen und kann bauartabhängig unter Druck stehen, beispielsweise zur Erhöhung der Anlagensicherheit. Je nach Anordnung der Befederung wird zwischen einer »back-to-back«-Dichtung (befederte Gleitringe zwischen den Gegenringen), einer »face-to-face«-Dichtung (Gegendichtung zwischen den befederten Gleitringen) oder einer Tandemdichtung (Befederung gleichgerichtet) unterschieden.

Doppeltwirkende Gleitringdichtungen werden eingesetzt

  • wenn eine Leckage des Rührgutes sicher verhindert werden muss (Explosionsgefahr, Umweltschutz)
  • bei gasförmigen Medien und Medien mit hohem Dampfdruck oder schlechten Schmiereigenschaften, insbesondere bei einer Einbaulage senkrecht von oben
  • bei Medien unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen
  • bei vielen polymerisierenden, klebenden und zu Ablagerungen neigenden Medien

 
Die Vorteile einer standardisierten Patronendichungsbauweise zeigen sich besonders bei dem beschriebenen breiten Anwendungsfeld doppeltwirkender Gleitringdichtungen in der Rührtechnik. Die verschiedenen Baureihen unterscheiden sich im wesentlichen durch die Druckstufen; Sonderformen betreffen Steril- und Unterniveaudichtungen.

Typische Rührwerksgleitringdichtung
Die in Abb. 8 dargestellte Dichtung ESD34G zeigt typische Merkmale einer Rührwerksgleitringdichtung.

Sie besteht aus zwei baugleichen Gleitringpaarungen in »back-to-back«-Anordnung, welche über die elastomeren Sekundärdichtungen in Form von O-Ringen hydraulisch ausgeglichen gelagert sind. Dies stellt sicher, dass auch bei Druckumkehr die Gleitringe in unveränderter Lage verbleiben. Da die O-Ringe nur durch die drehrichtungsunabhängige Befederung belastet werden, bleiben sie elastisch. Die Parallelität der Gleitringflächen bleibt hierdurch auch bei den in der Rührwerkstechnik üblichen hohen Radialauslenkungen erhalten. Die Einsatzgrenzen der Baureihe ESD34/44 sind in Tabelle 3 angegeben.

Spezielle Anforderungen bestehen für Steril- und Unterniveaudichtungen. Der Spalt zwischen den dem Behälter zugewandten Gleitringen und der Welle muss von Verunreinigungen freigehalten werden. Verlegt man die Gleitringe in den Behälter und lässt sie außen vom Produkt umspülen, so entsteht dieser Spalt nicht. Das gestattet auch eine GMP-gerechte Gestaltung der Gleitringdichtung und in Kombination mit einer Sterilinstallation erreicht man ein Optimum an Keimfreiheit. Die Baureihe ESD44, siehe Abb. 6, ist für diese Anwendungen konzipiert. Diese Dichtungen, ebenfalls nach dem Baukastenprinzip aufgebaut, werden in der Regel als Verdränger an Behälter bzw. Montageflansch angepasst.