1a. Radial wirkend
1b. Axial wirkend

Dichtprinzipien

Dichtungen sind einzelne Dichtelemente oder Anordnungen zusammengesetzter Bauteile und haben die Aufgabe, die Bewegung von Stoffen aus einem Raum in benachbarte Räume zu behindern, mit dem Ziel, Druck- bzw. Temperaturveränderungen sowie die Mischung von Stoffen weitgehend zu verhindern.

In Chemieanlagen sind im allgemeinen sehr unterschiedliche Abdichtungsaufgaben zu erfüllen. Im Zusammenhang mit Apparateverschlüssen, Anschlüssen und Rohrleitungen kommen meist statische oder ruhende Dichtungen zum Einsatz. Häufig sind aber auch rotierende Bauelemente, z.B. bei Rührmaschinen, Pumpen, Verdichtern und Armaturen, abzudichten. Die Abdichtung der rotierenden Teile muss dabei mit wirtschaftlichen Lösungen bei begrenzten Leckagen erreicht werden. Diese Art der Dichtung wird unter dem Begriff der dynamischen Abdichtung zusammengefasst.

Eine Sonderstellung kommt den Magnetantrieben zu. Durch die feldschlüssige Übertragung der Energie ergibt sich eine hermetisch-statische Abdichtung einer rotierenden Welle.

Von großer betriebswirtschaftlicher Bedeutung sind dynamische und hermetische Rührwerksabdichtungen insbesondere bei Monoproduktanlagen mit hohen Durchsätzen, bei denen die Verfügbarkeit der Anlage von der Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit einzelner, nicht redundanter Systemkomponenten abhängt.

Dynamische Berührungsdichtungen an rotierenden Wellen lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen. Der wesentliche Unterschied der beiden Prinzipien besteht in der Wirkrichtung der Kontaktkräfte, siehe Abb. 1a und 1b.